Juni 22, 2024
Reiseknigge für Türkei

Reiseknigge & Verhaltensregeln für Türkei

Die Türkei ist ein Ort, an dem Asien und Europa aufeinandertreffen.

Seit Mustafa Kemal Pascha, „Atatürk“ genannt und als Vater der Türken hochverehrt, den Einfluss von Westen in den 1920er-Jahren verstärkt hat, suchte die offizielle türkische Gesellschaft nach neuen Möglichkeiten des Westens.

Viele Menschen sind ihrer Verpflichtung zur Verwestlichung nachgekommen – besonders an der Ägäisküste fühlt man sich unbeschwert wie in jedem anderen europäischen Mittelmeerland.

Doch je weiter man gen Osten reist, desto deutlicher zeigt sich, dass die Türkei vorwiegend ein islamisches Land ist.

Hier erfährt man Traditionen und Ansichten, welche für Europäer schwer zu verstehen sein mögen – solche Erfahrungen machen jede Reise in die Türkei unvergesslich.

Türkei

Einige Regeln für Frauen beim Reisen in den Orient

Frauen, die in den Orient reisen, sollten einige wichtige Verhaltensregeln beachten, um sich vor unerwünschter Aufmerksamkeit zu schützen. Gleichgültig, ob sie allein oder in Begleitung sind – es ist ratsam, die örtlichen Gepflogenheiten zu berücksichtigen.

Wenn Sie eine Moschee besuchen, tragen Sie bitte ein Kopftuch sowie Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt. Am Eingang der Moschee müssen Männer und Fraue ihre Schuhe ausziehen. Es ist ratsam als Paar nicht als unverheiratet zu erkannt zu geben, da der Mann immer als Beschützer der Frau wahrgenommen wird und die Frau sich besser nicht in Männergespräche finanziert und öffentlich dem Mann oder Begleiter nicht widerspricht. Baden oben ohne kann man getrost vermeiden – außerdem ist das Tragen von Haaren an Achseln und Beinen absolut tabu!

Frauen, die in der Türkei reisen, sollten einige Grundregeln befolgen, um sich vor unerwünschter Aufmerksamkeit zu schützen. Egal ob allein oder in Begleitung – es ist besser, sich an die örtlichen Bräuche und Gepflogenheiten zu halten. In öffentlichen Verkehrsmitteln oder Restaurants setzt man am besten niemals neben Männern und Familienbereiche werden bevorzugt. Zudem sollte man ungefragte Annäherungsversuche einfach ignorieren und jegliches Alleinsein mit Männern vermeiden. Sollte es trotzdem einmal notwendig sein, muss auf lauten Protest reagiert werden – dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Der Koran verbietet Musliminnen übrigens die Heirat mit einem Ungläubigen – hier haben Männer größeren Freiraum als Frauen. Obwohl Keuschheit theoretisch erstrebenswert ist, führt die weibliche Anziehungskraft oft zu Übertretungen, die geduldet werden. Es zeigt sich also: Verschiedene Gruppen werden gemessen an jeweils anderen Maßstäben behandelt.

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Ehre

In der Türkei hat „Ehre“ eine sehr spezifische Bedeutung, die für Europäer möglicherweise eigenwillig erscheint. Für islamische Länder bedeutet es vor allem, dass die weiblichen Mitglieder der Familie keusch bleiben.

Da die Orientierung glaubt, dass Frauen unwiderstehlich anziehend sind, muss sich jede Dame in bestimmter Weise verhalten – um die Versuchung für Männer so niedrig wie möglich zu halten. Durch den Blick gesenkt und nur in Begleitung ihres Haushaltes auf öffentliche Orte gehen.

Zudem bedeckt Kleidung, Körper und Haare vollständig. Sollte diese Einhaltung der Keuschheit nicht erfüllt werden, ist es gleichzeitig mit dem Verlust der Ehre verbunden – und zwar endgültig!

Verantwortung der Männer für die Familienehre

Es ist leicht zu sehen, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer in der Familie bei der Aufrechterhaltung eines Gefühls von Ehre und Keuschheit eine wichtige Rolle spielen. Ein Urlaub im Westen kann dies zeigen, denn falls ein westlicher Reisender den Mut hat, eine junge türkische Frau anzusprechen, erwartet ihn möglicherweise Ärger von ihrem älteren Bruder, der bereit ist, alles zu tun, um die Ehre seiner Schwester zu verteidigen. Daher raten wir Männern, keiner jüngeren türkischen Frau nahezukommen und in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Restaurants nicht direkt neben eine Frau zu setzen. Wenn die Familienehre durch etwas verloren geht, stellt dies auch für die Männer in der Familie eine schwere Bürde dar.

Entdecke die Gastfreundschaft der Türken beim Teetrinken!

Der Teegarten oder das Teehaus sind ein wichtiger Bestandteil des türkischen Lebens und bietet eine perfekte Gelegenheit, Kontakt zu den Einheimischen aufzunehmen. Für Männer ist es ein gängiger Treffpunkt, sollten Frauen jedoch teilnehmen wollen, gibt es meist einen speziellen Familienbereich. Hier kann man nicht nur erfahren, wie die Menschen in der Türkei leben, sondern auch dem einen oder anderen Gastarbeiter begegnen – vielleicht sogar aus Deutschland! Sollte man angesprochen und zum Tee eingeladen werden, steckt in der Regel keine Geschäftsanfrage dahinter – es geht lediglich um Freundschaft. Deutschland genießt bei den Türken traditionell besonderes Ansehen und somit wird man als Besucher stets freundlich empfangen.

Traditionen und Denkweisen respektieren

Obwohl nicht mehr jede türkische Familie die strenge Keuschheit ihrer Frauen so sehr bewacht wie früher, sind diese Normen und Verhaltensweisen kein ungewöhnlicher Einzelfall. Weil eine solche Respektlosigkeit sowohl gegenüber dem Gast als auch den Gastgebern verletzend wäre, ist es für westliche Touristen ratsam, respektvoll zu sein und an diese Traditionen und Denkweisen anzupassen. Genauso wie Ausländern erwartet wird, dass sie in unserem Land unsere Normen und Traditionen respektieren, sollten wir dasselbe im Gegenzug auch bei Besuchen im Ausland tun.

Ramadan – die Herausforderung für Touristen

Der ramadansche Fastenmonat ist für viele Muslime eine Tradition und religiöse Pflicht. Doch besonders in abgelegenen Bergdörfern ist es Touristen und Reisenden nicht immer leicht, den Einheimischen ihren Respekt entgegenzubringen. Denn während des Ramadans dürfen sie tagsüber nichts essen, trinken oder rauchen – was einige Situationen schwierig machen kann. Daher sollte man als Urlauber immer versuchen, sich an die Regeln der Einheimischen zu halten und loyal zu sein.

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Kleidungsrichtlinien in Nicht-Touristenzentren

Wenn Sie sich gerade außerhalb eines touristischen Hotspots befinden, sollten Sie sich an bestimmte Kleiderordnungen halten. Es ist etwa unangebracht, seine Nase in der Öffentlichkeit zu putzen – wenden Sie sich also lieber ab! Auch Männer sollten lange Hosen tragen, um ihre Ästhetik und ihr Ansehen zu erhalten. Seien Sie stilsicher und passen Sie Ihre Kleidung den jeweiligen Umständen an!

Einladungen in die Türkei – Eine kulturelle Einführung

Erleben Sie türkische Gastfreundschaft hautnah und besuchen Sie eines der abgelegenen Dörfer des Landes. Zwar sollten Sie ein wenig Türkisch sprechen können, aber es gibt viele gute Sprachführer, die Ihnen helfen können. Wenn Sie jemanden einladen möchten, bringt es Ihnen nach orientalischer Vorstellung viel Prestige. Aber es bedeutet auch eine große Verpflichtung für den Empfänger der Einladung. Es wird erwartet, dass man diese anerkennt und entweder mit Gegeneinladung oder mit einem Gastgeschenk reagiert – bitte kein Geld anbieten, da das als Beleidigung empfunden wird! In Bezug auf Nahrungsmittel und Getränke sollte beachtet werden, dass Muslime kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken. In Restaurants bezahlt immer der Gastgeber für alle am Tisch sitzenden – was ihm jedoch nicht den Lebensunterhalt nehmen darf!

Nur eine Einladung zu einer türkischen Familie kann Ihnen die Gastfreundschaft ermöglichen, auf die sie gewartet haben. Zuerst sollten Sie die Schuhe ausziehen, bevor Sie nach dem Befinden aller anwesender Personen gefragt werden – die Antwort „gut“ und die passende Gegenfrage sind vorgesehen. Unter Freunden und Bekannten ist es üblich, Küsschen rechts und links auszutauschen. Eventuell wird man auch Kölnisch-Wasser bekommen, das man auf Stirn und Nacken verteilt – als rituelle Waschung. Um Respekt zu zeigen, sollte man lieber im Schneidersitz als zweckentfremdetem Sessel Platz nehmen. Auch sollten Männer der Dame des Hauses keine zu große Aufmerksamkeit schenken, aber Frauen haben darin natürlich mehr Freiheiten. Nachdem Tee serviert wurde, folgt das Essen, von dem sich jeder mit Rechtshängigkeit bedient – bitte nicht vergessen!

Warum ist die linke Hand unrein?

Orientale Kulturen glauben, dass Toilette ein Ort der Reinigung ist. Aufgrund dieser Überzeugung verzichten sie oft auf Toilettenpapier und benutzen stattdessen Wasser und die linke Hand zur Reinigung des Körpers. Die linke Hand wird daher als unrein betrachtet, weil sie für den Reinigungsprozess verwendet wird.

Eine Geste des Lobes zu Ehren des Gastgebers

Je mehr und genussvoller der Gast isst, desto mehr fühlt sich der Gastgeber geehrt. Wenn man angemessen gesättigt ist, ist es angebracht, die Gabel oder den Löffel ruhig beiseitezulegen und von der Tafel abzustehen. Um den Abend auf einem Ausdruck reiner Zufriedenheit abzuschließen, sollten wir uns ausdrücklich dafür bedanken, dass wir die Möglichkeit hatten, diese Mahlzeit zu genießen. Es ist nämlich ein Lobpreis an das köstliche Essen, welcher sicherlich dazu führt, dass uns noch mehr serviert wird!

Essensverhalten in der Türkei

Gesten, die in der Türkei als unhöflich empfunden werden

In vielen Kulturen bedeutet die Geste der Handhochhalte mit dem Daumen und Zeigefinger ein Zeichen für „okay“ oder „optimal“. In der Türkei allerdings kann dies als Beleidigung gedeutet werden. Auch das Abspreizen des Daumens nach oben und deren Auf- und Abbewegung wird als Einladung zu homosexuellen Praktiken verstanden, was ebenfalls höchst unhöflich ist. Seien Sie also in Ihrer Interaktion mit Menschen aus anderen Kulturen vorsichtig!

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Alkohol-, Tabak- und Drogenregeln in der Türkei

In der türkischen Kultur herrscht ein striktes Verbot gegen Alkoholkonsum. Während man dennoch den Genuss von Getränken wie Raki und Wein toleriert, werden trunkene Personen als Schande angesehen. Ähnlich streng begegnet die Gesellschaft auch dem Besitz von Drogen; sogar beim Rauchen der traditionellen orientalischen Wasserpfeife (Türkisch „Nargile“), ist man in den meisten öffentlichen Gebäuden, Restaurants und Kneipen nicht willkommen. Daher müssen alkoholhaltige Getränke meistens in speziellen Läden oder Gaststätten gekauft werden, vorwiegend im ländlichen Raum.

Ein entspannender und verbindender Ort – das Hamam

Das Hamam – ein türkisches Dampfbad – hat alles, was man sich von einem erholsamen Tag nur wünschen kann. Männer und Frauen haben unterschiedliche Eintrittszeiten, sodass Frauen, die tagsüber da sind, den Ort der Entspannung auch als einen Ort der Geselligkeit und Kommunikation genießen können. Egal, ob Sie allein oder in Begleitung kommen, das Ziel ist es, sich vollständig fallenzulassen und aufzutanken.

Türkische Straßen – Eine Welt des Chaos

Auf türkischen Straßen ist ein wildes Durcheinander an Verkehrsteilnehmern zu beobachten. Es scheint, als gäbe es hier keinen Grundsatz der Regelmäßigkeit. Besonders das Autofahren wird gerne beschleunigt und oft über die Verkehrsregeln hinweggesehen. Ampeln und Schilder sind weniger vorhanden als in anderen Ländern, was den Verkehr noch komplexer macht. Die Neigung von türkischen Teilnehmern, sich an alle Regeln zu halten, ist eher gering. Stattdessen stellt das Hupen eine Art Kommunikation unter allen Verkehrsteilnehmern dar. Da man nie genau weiß was passieren kann, sollte man besonders aufgeschlossen und wachsam sein, wenn man sich auf türkische Straßen begibt.

Fotografieren in der Türkei – Einige wichtige Richtlinien

Türken sind oft stolz, fotografiert zu werden. Doch einige ältere Menschen glauben an den bösen Blick und haben vielleicht Angst, dass dich dadurch Unheil erreichen kann. Deshalb ist es immer höflich, sie vorher zu fragen, bevor man Fotos macht. Auch sollte man unbedingt daran denken, dass militärische Einrichtungen nicht fotografiert werden dürfen!

Geduld ist der Schlüssel – Umgang mit der Zeit in der Türkei

In der Türkei und im gesamten Orient hat man eine völlig andere Einstellung zurzeit. Besonders bei behördlichen Angelegenheiten wird von den Bürgern viel Geduld erwartet. Ungeduld oder Beschwerden über die schleichende Bearbeitung sind inakzeptabel – Geduld ist ein absolutes Muss.

Kinderarmut auf Reisen – Warum du kein Geld an bettelnde Kinder spenden solltest

In einigen Touristenzielen begegnet man häufig bettelnden Kindern, doch auch wenn es schwerfällt, ihnen nicht zu helfen, ist es doch besser. Wer Geld gibt, verschafft ihnen zwar vorübergehend Erleichterung, aber gleichzeitig erschwert er auch die Situation in der langfristig betrachtet. Durch das bequeme Einkommen verhindert er, dass sich jemand um deren Schulbildung kümmert oder etwas anderes unternimmt, um sie aus der Armut hervorzuheben. Es steht außer Frage, dass für ältere oder kranke Bettler die Lage anders ist und man in diesem Fall ja wohl keine andere Option haben.

Natur in der Türkei

Ein Ehrenkodex des Feilschens

Feilschen ist eine Kunstform in vielen Ländern der Welt. Bei höherwertigen Produkten kann eine feilschende Konversation als ehrenhaft angesehen werden, da sie das Zeichen setzt, dass beide Parteien bereit sind, nach einem Kompromiss zu suchen. Der Händler zeigt sofort seine Verpflichtung zur Verhandlung und ist verletzt, wenn der Kunde einfach geht, ohne den Preis erledigt zu haben. Nicht feilschen zumindest für türkische Bürger bedeutet Langeweile – und geradezu Beleidigung. Interessanterweise sind auch diejenigen, von denen man annimmt, dass sie reich sind (wie Touristen), von anderen Preisen betroffen – was natürlich absolut akzeptabel ist. Und jetzt noch etwas ganz Wichtiges: Schreiben oder Bemalen von türkischem Geldscheinen stellt eine absolute Geringschätzung des Staates dar und ist strengstens verboten.

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